Der Maler Walter Mappes
Gemälde und Skizzen
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Walter Nikolaus Mappes wurde am 17. November 1907 in Frankenthal geboren. Nach der Schulzeit absolvierte er im Malergeschäft seines Vaters Philipp Mappes von 1922 bis 1926 eine Lehre zum Dekorationsmaler.

Die Malergeschäfte der damaligen Zeit verstanden sich darauf, ganze Säle mit Wandmalereien auszustatten. Nicht nur Ornamente waren gefragt, sondern auch Spruchbänder, Embleme, Wappen, Stadtansichten oder raumfüllende Sockel in Marmorimitat. Philipp Mappes wollte einen fachkundigen und geachteten Betrieb führen und auch die schwierigsten Aufträge zur Zufriedenheit der Kundschaft ausführen.

So war es ihm nur recht, dass seine Söhne Walter und Hermann ein großes Mal- und Zeichentalent entwickelten. Mit diesem Talent hoffte der Vater, den Familienbetrieb zur Spitze führen und wirklich kunstvolle Malerei anbieten zu können.

Die beiden Mappes-Brüder besuchten in den folgenden beiden Jahren die Meisterschule in Kaiserslautern, wo sie weitere Qualifikationen erwarben und zugleich die Befähigung erhielten, den väterlichen Betrieb in der Zukunft selbst führen zu können.

Auch wenn diese Schule kein Kunststudium ersetzte, so wurden hier Fächer wie Perspektive und Illusionsmalerei gelehrt. Wenn genug Talent vorhanden war, bekam ein Malermeister somit das Rüstzeug zum Kunstmaler.

Durch den frühen Tod seines Vaters im Jahr 1928 musste Walter Mappes als der ältere der beiden Brüder jedoch kurz nach Ablegen der Meisterprüfung den Frankenthaler Betrieb übernehmen. Der jüngere Hermann Mappes besuchte in dieser Zeit die Kunstgewerbeschule in Offenbach sowie die Kölner Werkschule und nahm anschließend ein Kunststudium in Berlin auf.

Für Walter standen in den Folgejahren neue Herausforderungen im Mittelpunkt seines Lebens. 1933 heiratete er die Dürkheimerin Marianne Heusser. 1934 kam Sohn Georg Friedrich als erstes von insgesamt vier Kindern auf die Welt. Die Malerei hängte der frisch gebackene Familienvater damals zumindest vorübergehend „an den Nagel“. Bisher sind nur sehr wenige Arbeiten aus dieser Zeit bekannt.

1936 zog die kleine Familie von Frankenthal nach Bad Dürkheim um, wo Walter Mappes das Kurzwarengeschäft der Heussers in der Kurgartenstraße übernahm.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Walter Mappes zum Heer nach Frankreich eingezogen, allerdings nach einem nur wenige Monate später erfolgten Motorradunfall wieder entlassen. Trotz der Kriegsjahre malte Walter Mappes und stattete sogar einen Luftschutzkeller mit einem großen Gemälde aus Sackleinen aus.

In der Nachkriegszeit, der Zeit der Knappheit, bedeutete sein Talent einen entscheidenden Vorteil. Für das schnell verfallende Geld war kaum noch etwas zu bekommen.

Im Tausch gegen seine Gemälde vom Pfälzerwald, der Darstellung heimatlicher Täler, Felder und Szenen, erhielt  Walter Mappes Nahrungsmittel, die er für seine Familie und sich benötigte. So entstanden zahlreiche Bilder in den Jahren 1946 bis 1948.

Ab den 1950er Jahren konnte er seine Bilder gegen bares Geld verkaufen. Über Gruppenausstellungen erreichte er in dieser Zeit Bekanntheit und Anerkennung in der Region.

Die Bilder von Walter Mappes gehören stilistisch zum Impressionismus. Was in der Jubiläumsausstellung zum hundertsten Geburtstag von Walter Mappes präsentiert wird, sind überwiegend Bilder mit Darstellungen von Pferden.

Es sind allesamt starke Pferde, die in der Land- und Forstwirtschaft ihre Dienste tun, nur in wenigen Bildern findet man elegante Reitpferde.

Meist sieht man Arbeitstiere, wie sie sich beim Pflügen kräftig ins Zeug legen oder schwere Langholzfuhren ziehen. Die Knechte oder Waldarbeiter sitzen dabei auf dem Bock oder laufen nebenher.

Auch Momente der Ruhe sind eingefangen, wenn die Pferde im Geschirr stehen oder ein- bzw. abgespannt werden. Die Bauern gönnen sich dann eine Pause von der schweren Arbeit und verzehren das mitgebrachte Essen.

Walter Mappes mochte Pferde und konnte sie sehr gut in verschiedenen Situationen wiedergeben.

In manchen Bildern belässt Walter Mappes die Landschaft gleichsam anonym und spielt auf keine reale Stelle in der Region an. Manchmal setzt er kleine Hinweise, die einem Ortskundigen sofort zeigen, wo sich der Maler gerade befindet: Mit einem Pinselstrich setzt er die Silhouette der Limburg auf eine Bergkuppe oder aber eine präzise Dorfansicht mit allen Details steht deutlich im Vordergrund. Das kann auch mal der Frankenthaler Kanal mit einem Kahn ziehenden Pferd sein.

Bei seinem Tod am 24. Januar 1973 hinterließ Walter Mappes ein Werk, dessen Umfang bis heute nicht richtig bekannt ist.

Die vorliegende Broschüre und die Ausstellung geben einen Einblick in sein Schaffen. Dieser Eindruck soll dem Betrachter Freude bereiten, sei es, weil ihn Pferde ebenso interessieren wie es bei Walter Mappes der Fall war, sei es, weil er die pfälzischen Landschaften mag oder weil ihm der Malstil mit der stimmigen Naturbeobachtung gefällt.

Walter Mappes ist es mit seinem Werk gelungen, kleine Denkmäler zu schaffen von der Arbeit auf dem Lande und im Pfälzer Wald, die es in dieser Form nicht mehr gibt. Sie sind nun Teil der Geschichte geworden...